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An Tagen wie diesen…

Wenn ein Stadion mit 50.000 Menschen zum Tollhaus wird!

 

Die Stimmung im Prater glich der eines Pop-Konzerts. Noch 20 Minuten nach Abpfiff harrten Zigtausende jubelnd auf ihren Plätzen aus.“ schrieb Wolfgang Winheim vom Kurier. Die Bedeutung des 2:1 Heimsieges unseres Nationalteams gegen die Schweden kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Natürlich gibt es die sportliche Komponente, die nun rot-weiß-rot auch nach Verlustpunkten zunächst mal auf Platz 2 der Gruppe C rangieren lässt. Was für mich viel höher zu bewerten ist, ist der positive Erdrutsch-Effekt für die heimische Seele. Wer beobachtet hat, wie das Ernst Happel Stadion nach dem Spiel förmlich stimmungsmäßig explodiert ist wird mir beipflichten. Wenn man bedenkt, dass der österreichische Fußballfan es jahrelang gewohnt war, nach dem Spiel zu den Klängen von „Don’t stop thinking about tomorrow“ anstelle von „Oh wie ist das schön“ mit langen Gesichtern das Stadion zu verlassen, war dieser Sieg Balsam auf die Seelen unserer Fußballfans. Wer die Gefühlsausbrüche beobachtet, eingesogen und sogar miterlebt hat wird den Eindruck gehabt haben, dass ein dem Verdursten Nahender gerade die ersten Tropfen einer frisch gefundenen Oase verköstigt. Wir sind durstig. Durstig nach Erfolg. Durstig nach kollektivem Jubel. Durstig einander in den Armen zu liegen und den „gemeinsamen“ Sieg zu zelebrieren. Durstig nach Märchen die das Leben schreibt. Allerdings – wie inszeniert man dieses kollektive Fest in einer Arena mit 50.000 Menschen?

Es war angerichtet. 18.45 Uhr – das Stadion öffnet pünktlich 2 Stunden vor Spielbeginn. Langsam strömen die Menschen ins Ernst Happel Stadion. Die Dramaturgie der Stadionmusik ist darauf ausgelegt, sich langsam aufzubauen um die Stimmung zu Spielbeginn auf den Höhepunkt zu treiben. Es beginnt mit positiven Songs die ins Ohr gehen aber noch nicht zu sehr „fetzen“. Die erste Stunde ist das Ziel die Menschen mit einer positiven Vorfreude zu empfangen und sie mit bekannten Songs, die gute Stimmung vermitteln, zu empfangen. 50 Minuten vor Ankick ist es dann so weit: zunächst die Torhüter und danach die Mannschaft kommen zum Aufwärmen. Zeit auch für das Entertainment-Team einen Gang höher zu schalten. Bei einem schon über die Hälfte gefüllten Stadion darf auch der ein oder andere Stimmungscheck á la „Wo sind die Fans der Österreichischen Nationalmannschaft“ nicht fehlen. Die 46.000 Österreich-Fahnen werden erstmals gemeinsam geschwenkt. Auch die Musik wird lauter und eindringlicher. Wir wollen den Sieg. 26 Minuten vor dem Anstoß folgt ein weiterer emotionaler Baustein am Fahrplan der Emotionen. Das ganze Stadion singt gemeinsam unsere inoffizielle Bundeshymne „I am from Austria„. Gänsehautfeeling macht sich im Happel Oval breit. Gleich danach schwappt die Welle erstmals an diesem Abend über die Ränge.  Die Fans werden aufgefordert mitzumachen, mitzuklatschen, mitzusingen. Und sie tun es mit Begeisterung. 3 Minuten vor Einmarsch der Mannschaften in die Arena bläst ein ganzes Stadion zum Marsch – zum Radetzky Marsch. Zigtausende schwingen rhythmisch ihre rot-weiß-roten Fahnen in Vorfreude auf das was gleich kommen wird: der Einzug der Gladiatoren. Nach der FIFA Walk On-Hymne und den beiden Bundeshymnen ist es angerichtet. Ein letztes gemeinsames „Jetzt geht’s loooos“ hallt durch’s Oval. Ein Pfiff. Und los geht’s. In der Pause wird, was bei einer 2:0 Führung recht einfach erscheint, stimmungsmäßig noch mal nachgelegt. La Ola fließt wieder durch die Ränge. Spielhälfte zwei erfolgt ähnlich enthusiastisch wie Hälfte eins – allerdings mit etwas bangen Schlussminuten.

Ein langgezogener Pfiff. Der Schlusspfiff. Es gibt kein Halten mehr. „Endstand: Österreich schlägt Schweden mit 2 zu 1.“ Ab jetzt ist Party angesagt. Party pur. Endlich! „An Tagen wie diesen“ dröhnt es aus sämtlichen Lautsprechern. „Wünscht man sich Unendlichkeit“ schallt es aus mehr als 40.000 Kehlen zurück. Während der Jubelfeiern sowie der langgezogenen Ehrenrunde wird keine rot-weiß-rote Partyhymne ausgelassen. Es folgen „Oh wie ist das schön„, „I am from Austria„, „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ und etliches mehr. Das Ernst Happel Stadion erlebt eine stimmungsmäßige Eruption wie selten zuvor. Eine Befreiung. Eine Loslösung vom ewigen „Gut habens gspielt, aber leider nix gwonnen“-Syndrom. Der Traum lebt. Die Glaube ist da. Die Hoffnung auf die erste Qualifikation unserer Nationalmannschaft für ein Fußball-Großereignis seit 1998. Ob diese Hoffnung Realität wird, werden die nächsten Monate zeigen. Eins ist allerdings gewiss – auf dieser Welle werden wir mal über den Sommer kommen und am 10. September noch einmal ein Fußballfest in einem ausverkauften Ernst Happel Stadion feiern. Dann der Gegner: Irland. Für diejenigen, die es nicht erwarten können geht es hier zur Stadion-Playlist vom Schweden-Spiel auf Spotify!

„Oh wie ist das schön…“

 

Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben? Was waren deine „Magic Moments“?

 

Magic Moments in St. Happel

Magic Moments in St. Happel

Grandioses Publikum

Grandioses Publikum/C: GEPA

Die Vorfreude ist riesig

Die Vorfreude ist riesig

Party in rot-weiß-rot

Party in rot-weiß-rot


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