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Mein Länderspiel-Jahr 2014 mit dem ÖFB

Das Länderspiel-Jahr 2014 für das Österreichische Fußball-Nationalteam ist Geschichte. Es war ein durchaus erfolgreiches und auch emotional hochwertiges Jahr für den ÖFB. In nackten Zahlen ausgedrückt: 8 Spiele, 4 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage (gegen Rekord-Weltmeister Brasilien) bei einem Torverhältnis von 10:7. Sportlich gesehen war es endlich der lang ersehnte Aufschwung einer Generation, die nicht mehr nur phasenweise sehr ansehnlichen Fußball spielt, sondern es nun gelernt hat, die guten Leistungen auch aufs Papier zu bringen.

Zunächst aber einen Blick zurück. Als ich 2011 beim ÖFB im Rahmenprogramm der Länderspiele begann, als Moderator und DJ involviert zu sein, gab es etliche Spiele nach dem Motto “gut gespielt aber leider nix geworden” oder “sie hätten sich zumindest ein Unentschieden verdient“. Seit dem Schweden-Heimspiel im Juni 2013 hat sich was geändert. Das war das erste Sieg dieser Generation gegen einen direkten Konkurrenten. Für mich immer noch unvergessen die Magic Moments im Anschluss an dieses Spiel. Ein volles Ernst Happel Stadion, das nach Erfolgen unseres Teams lechzt wie der Verdurstende nach der Punica-Oase (die Älteren werden sich noch erinnern…). Fast eine halbe Stunde feierte das noch immer prallgefüllte Happel-Oval diesen Sieg. Der Sieg gegen Irland im September 2013 war dann noch die Draufgabe. Was 2013 noch einzigartig erschien hat sich mittlerweile in erfreulicher Regelmäßigkeit wiederholt.

Durch die leider verpasste Weltmeisterschaft nützte unsere Nationalmannschaft das erste Halbjahr um sich auf die Qualifikation für die Euro 2016 vorzubereiten. Diesmal soll es klappen. Hier durfte ich als Stadionmoderator bei den Spielen im Februar in Klagenfurt gegen Uruguay und Ende Mai in Innsbruck gegen Island dabei sein. Beide Mannschaften durchaus Top-Teams – die einen waren zu dem Zeitpunkt die Nummer 6 der Welt und Island ist in der EM-Quali Gruppe A auf Rang 2, noch vor den Niederlanden. Beide Spiele endeten mit dem gleichen Resultat: 1:1. Es wäre zumeist mehr drinnen gewesen, aber die Marschrichtung stimmt. Kurz nach Island endlich der erste Sieg im Länderspieljahr 2014 – auswärts bei WM-Teilnehmer Tschechien mit 2:1.

Moderation bei Österreich - Island; Fotocredits: Pressefoto Scharinger

Innsbruck zeigt Fahne

Nach der Zuseherrolle bei der Weltmeisterschaft in Brasilien sollte ein heißer Herbst folgen. Vier Spiele im Ernst Happel Stadion mit fast 200.000 Fans! Das Team mobilisiert! Das Team ist in! Das Team zieht wieder! Und wie. In einer durchaus schweren Gruppe, obwohl uns diesmal ein übermächtiger Gegner á la Deutschland erspart blieb, ist die Dichte mit zeitweise vier Top-50 Teams der FIFA Weltrangliste sehr hoch. Mit Schweden, Montenegro und Russland sollten alle drei im Herbst in Wien antreten. Bekanntlich konnte nur Schweden was zählbares mit nach Hause nehmen. Russland und Montenegro wurden mit 1:0 heim geschickt. Was neben dem sportlichen für mich so besonders ist, ist die Stimmung im Happel-Stadion. Als ich in den 90er-Jahren noch selbst als Fan oft im Stadion war galt oft das Motto: Stimmung ist nur bei einem Club, beim Nationalteam herrscht tote Hose. Bei dieser Generation ist das anders. Diese Generation von Spielern hat sich die Unterstützung der Fans nicht nur verdient, sondern über die Jahre auch hart erarbeitet. Die lange ersehnten “Typen” sind auch wieder da – egal ob sie Alaba, Arnautovic, Dragovic, Harnik, Junuzovic oder wie auch immer heißen. Und das beste ist: sie glänzen nicht nur individuell sondern haben es gelernt als Mannschaft aufzutreten.

Das Spiel gegen Brasilien als Highlight für Fans, Spieler und auch mich

Das Spiel gegen Brasilien als Highlight für Fans, Spieler und auch mich

Das Heimspiel gegen Brasilien vor wenigen Tagen war dann noch die Kirsche auf der Sahnehaube. Ein Freundschaftsspiel gegen den Rekordweltmeister ist für Spieler und Fans etwas besonderes. Auch wenn die derzeitige Generation der Südamerikaner von Glanz und Gloria nicht ganz mit der Mannschaft von zum Beispiel 2002 (Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos, Cafu, …) mithalten kann sind die Zuckerhut-Kicker rund um Neymar dennoch jederzeit ein absolutes Weltklasse-Team. Innerhalb von 23 Stunden war das Spiel ausverkauft – 48.500 Tickets weg. Ein Zuckerl für alle Beteiligten. Der krönende Abschluss eines tollen Länderspieljahres. Auch wenn unterm Strich ein Unentschieden gerecht gewesen wäre darf man doch mit der Leistung durchaus zufrieden sein. Das wurde auch von den Fans nochmal entsprechend gewürdigt.

Seit Jahren ein eingespieltes Wien-Duo mit Moderatorenkollege Andy Marek

Seit Jahren ein eingespieltes Wien-Duo mit Moderatorenkollege Andy Marek

Was auch positiv zur Stimmung in den letzten Jahren beigetragen hat ist ein eingespieltes Team hinter den Kulissen des ÖFB, das sich um das Rahmenprogramm kümmert. Hier wird hochprofessionell gearbeitet. Als ich 2010 den ersten Kontakt mit dem ÖFB hatte war es der Wunsch, gewisse Fixpunkte zu setzen, die bei unserem Team “besonders” sein sollen. Fixpunkte, die einfach typisch sind wenn Österreich spielt. Diese Arbeit hat Früchte getragen. Jeder der in den letzten Jahren im Ernst Happel Stadion das Fahnenmeer von knapp 50.000 Fahnen zu “I am from Austria” oder zum Radetzkymarsch erlebt hat vergisst das nicht mehr. Das sind jene Magic Moments, die für mich das Besondere ausmachen. Natürlich gepaart mit den Feiern nach großen Siegen unserer Mannschaft sind das die unvergesslichen Momente.

An dieser Stelle ist es auch Zeit DANKE zu sagen: DANKE an das gesamte Team des ÖFB, insbesondere Rene und Ilse, das Team von Multisound, Andy Marek, Jürgen Windholz sowie die Teams aus Klagenfurt und Innsbruck für die tolle Zusammenarbeit in diesem Jahr! Es hat riesig Spaß gemacht mit euch zusammen zu arbeiten. Ich freue mich auf 2015 und jede Menge neuer Magic Moments und hoffentlich das selbe Ende wie vor 17 Jahren: “Frankreich wir kommen!”

Bis bald & mit rot-weiß-roten Grüßen,
euer Ronny


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