Teamgeist fördern: 5 sofort umsetzbare Tipps für ein unschlagbares Team
Warum Teamgeist? Untersuchungen belegen, dass Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern erfolgreicher sind. Ein gutes Teamwork, ein positiver Teamspirit sind Wohlfühlfaktoren. Teamgeist ist ein Wachstumsfaktor, deshalb setzen immer mehr Unternehmen darauf, durch nachhaltiges Teambuilding schlagkräftige Teams zusammenzustellen.
Als Moderator und Keynote Speaker sehe ich immer wieder Teambuilding-Aktivitäten, die den Teamgeist stärken und letztendlich die Ergebnisse am Arbeitsplatz erhöhen. In diesem Artikel erhältst du Tipps und Tricks, die den Aufbau des Wir-Gefühls fördern – von der kleinen Gruppe bis hin zu ganzen Stadien.
Was ist Teamgeist?
Teamgeist bildet sich durch ein Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Gruppe heraus. Er ist gekennzeichnet durch Einstellungen und Verhaltensweisen, die Einzelinteressen einem gemeinsamen Ziel und dem Wir-Gefühl unterordnen. Teamgeist zu fördern, das sollte im ureigensten Interesse von Unternehmen liegen, um Produktivität und wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Die fünf Säulen des Teambuildings
Als Stadionsprecher des österreichischen Fußballnationalteams bemühe ich gern Vergleiche aus dem Sport, um Teamgeist zu beschreiben. Sportteams und Teams in Unternehmen sind gar nicht so verschieden. Im Sport sind einige Faktoren aber offensichtlicher und wenn diese erst einmal verstanden sind, ist der Transfer in ein Unternehmen leicht nachzuvollziehen. Tauchen wir also ein in die fünf Grundlagen, wie auch du in deinem Arbeitsumfeld Teamgeist stärken kannst.

1. Das Zusammengehörigkeitsgefühl
Teamgeist ist eng geknüpft an ein Gefühl der Zusammengehörigkeit beziehungsweise eine gemeinsame Identität. Im Sport besteht das Team nicht nur aus den Spielern, die auf dem Platz stehen und dasselbe Trikot tragen. Auch die Ersatzspieler und Betreuer tragen die Vereins- oder Landesfarben. Das Gleiche gilt für die Fans, die die Mannschaft auf dem Platz unterstützen und zu Höchstleistungen antreiben. Die tragen alle dieselben Shirts, dieselben Farben.
Was heißt das für ein Team in einem Unternehmen? Die Identität wird durch die Unternehmenskultur und die Werte des Unternehmens grob vorgegeben. Ihre konkrete Ausformung hängt aber auch vom Auftrag des Teams und der inneren Teamdynamik ab. Ein guter Teamgeist lässt sich an mehreren Faktoren festmachen.

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Klare Zuständigkeiten im Team
Jedes Teammitglied hat eine feste Rolle im Team. Idealerweise wird es seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt, um bestmöglich zum Unternehmenserfolg beizutragen. Es ist wie im Sport. Der Torwart spielt als Torwart, weil er das am besten kann. Und niemand käme auf die Idee, den Physiotherapeuten als Mittelfeldspieler einzusetzen.
Bill Belichick, der erfolgreichste NFL-Coach der Geschichte, hatte ein einfaches Credo: “Do Your Job”. Jeder Spieler wusste genau, was die von ihm verlangte Arbeit beinhaltet. Je klarer die Beschreibung der Tätigkeiten, desto mehr kann sich jeder darauf verlassen, dass er bzw. sie weiß, was von ihnen verlangt wird.
Verantwortung übernehmen
Zum echten Teamplayer wird man, wenn man die Verantwortung für die zugeteilten Aufgaben übernimmt. Sich seiner Verantwortung bewusst zu sein, bedeutet auch, dass die anderen Teammitglieder sich auf einen verlassen können. Verantwortung heißt aber auch, füreinander im Team einzustehen.

Kooperationsfähigkeit
Teamwork ist nichts für Einzelkämpfer. Im Sport gibt es so etwas wie Einzelkämpfer gar nicht, weil auch ein Einzelsportler ein Team um sich gebildet hat, mit Trainer, Physiotherapeut, Sponsoren, etc.
Zur Kooperationsfähigkeit gehören unterschiedliche Eigenschaften wie Empathie (Verständnis für die Probleme der anderen), Kritikfähigkeit (Feedback geben und nehmen) und Flexibilität (Reaktionsfähigkeit auf sich ändernde Rahmenbedingungen). Ganz wichtig für ein starkes Team ist auch die Fähigkeit, teilen zu können, nicht nur Erfolg und Misserfolg, sondern auch Ideen, Erfahrungen und Wissen.
Beziehungen pflegen
Zusammenhalt entsteht auch, wenn persönliche Beziehungen entstehen. Damit sinkt die Schwelle, anderen Menschen zu helfen und für sie einzustehen.
Teammitglieder müssen nicht beste Freunde sein, aber sie sollten sich mit Respekt und Wertschätzung begegnen und gegenseitige Stärken (aber auch Schwächen) anerkennen. Nur mit diesen Voraussetzungen kann eine Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, in der sich aus Mitarbeitern und Kollegen ein Team bildet.
Gerade in diesem Bereich lassen sich gut Teambuilding Maßnahmen implementieren. Seien es gemeinsame Teamevents, Spiele, oder Ähnliches.

2. Die Teammitglieder – gemeinsame Helden
Es bleibt nicht aus, dass einige Teammitglieder mehr im Blickpunkt stehen als andere. Ein erfolgreicher Torschütze bekommt typischerweise mehr Aufmerksamkeit als ein Verteidiger. Aber jeder ist auf seine Weise ein Held, der zum Teamerfolg beiträgt. Und in einem Team mit starkem Teamspirit werden große und kleine Heldentaten anerkannt und abgefeiert – von der gesamten Mannschaft.
Während im Sport im Regelfall die Spieler am Spielfeld die Helden sind, wird der Aspekt der gemeinsamen Helden in einem Unternehmen anders gelagert sein. Wenn ein Mitarbeiter ganz selbstverständlich für einen kranken Kollegen einspringt, wenn ein anderer Mitarbeiter eine zündende Idee hat, die die Produktentwicklung voranbringt, dann sind das beides Helden. Aber auch der Kunde kann ein Held sein, weil er demonstrativ auf das neue Produkt vertraut und wertvolle Inputs gibt.
Was bedeutet das für die Teamzusammensetzung?

Diversität – Die Mischung macht’s
Unterschiedliche fachliche Fähigkeiten sind essentiell, um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Aber für ein starkes Team braucht es auch unterschiedliche Charaktertypen. Die zögerliche, sicherheitsorientierte Persönlichkeit hat genauso ihre Berechtigung wie der risikoaffine Charakter. Außerdem verleiht eine gute Mischung aus älteren erfahrenen Mitarbeitern und jungen neugierigen Kollegen einem Team den passenden Schliff.
Stetige Teamentwicklung als gemeinsamer Fortschritt
Stillstand gilt als Rückschritt. Das gilt auch für die Zusammensetzung des Teams. Ein leistungsfähiges Team muss auch Wechsel verkraften. Das Erreichen langfristiger Ziele kann oftmals nicht mit ein- und derselben Mannschaft realisiert werden. Das passiert auch im Sport, wenn Spieler in der Mitte der Saison den Verein wechseln. Ein divers zusammengesetztes Team besitzt eine deutlich größere Integrationskraft, weil neue Teammitglieder viel schneller eine Bezugsperson finden werden.

3. Die Ziele eines Teams
Teamziele haben eine entscheidende Bedeutung für den Erfolg. Ohne Ziele weiß ein Team nicht, wofür es arbeitet. Motivation kann nur entstehen, wenn das gemeinsame Ziel klar ist.
Im Sport werden meist klare Ziele ausgegeben: “Wir wollen Meister werden!” oder “Wir wollen das Turnier gewinnen!” Allein an der Zielformulierung wird deutlich, dass der Teamgedanke im Vordergrund steht. Die Rede ist von “Wir”. Der Schlüssel ist, dass dieses Ziel gemeinsam gesetzt wird.
In der heutigen Arbeitswelt wird es oft versäumt, entweder spezifische Teamziele auszugeben oder diese auch als Team gemeinsam zu setzen. Wichtig ist, dass bei den Mitarbeitern ein “Buy-In” in das Ziel stattfindet – dass sie sich also damit identifizieren können.
Je nachdem, wie weit der Teamgedanke in der entsprechenden Arbeitsumgebung eines Unternehmens gefasst wird, müssen auch die Ziele passgenau formuliert werden. So etwas kann man auch nicht an Teambuilding Events delegieren – das ist Aufgabe der Führungskräfte.
Gute Führung
Dass Ziele SMART sein müssen, steht in jedem Management-Handbuch. Aber in meinen Augen ist es eine unterschätzte Kunst, Mitarbeiter und Teammitglieder für die gemeinsamen Ziele zu begeistern.
Dafür ist es unabdingbar, dass Ziele nicht einfach nur platt vorgegeben werden, sondern dass sie auch begründet werden. Warum streben wir diese Umsatzzahlen an? Warum muss der Produkt-Launch unbedingt diesem ehrgeizigen Zeitplan folgen? Die Kommunikation dazu muss transparent und nachvollziehbar sein.
Gute Führungskräfte sind in der Lage, die Bedeutung und die Vorteile der Ziele plausibel zu machen. Visionäre Führung gewährleistet, dass Mitarbeiter die Unternehmensziele als die eigenen anerkennen. Ein Teammitglied mit intrinsischer Motivation leistet automatisch einen größeren Beitrag zum Erfolg als jemand, der die Zielstellung nicht nachvollziehen kann.
Zwischenziele
Manchmal ist es auch hilfreich, Zwischenziele zu formulieren. Diese sind leichter greifbar und nachvollziehbar. “Wir wollen das nächste Spiel gewinnen” ist unmittelbarer in seiner Aussage und verhindert, dass auf dem Weg zum Saisonziel Schlendrian einkehrt.
Teambuilding stärken durch Incentives
Ob es nun den inneren Teamgeist, den Zusammenhalt oder die Motivation der einzelnen Teammitglieder fördert, Incentives sind ein wichtiger Baustein, um den Teamgeist zu stärken. Dabei geht es primär nicht um individuelle Prämien, sondern um Incentives, die die Teamleistung würdigen. Dazu können auch gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeitswelt gehören, die das Teambuilding weiter forcieren und den Teamgeist stärken.

4. Gemeinsame Gegner: Braucht ein Team ein Feindbild?
Erfolg ist im Sport umso schöner, wenn er gegen den Erzrivalen erzielt wurde. Wenn die österreichische Nationalmannschaft gegen die deutsche gewinnt, dann brennt die Hütte. Ein Spiel gegen den Hauptkonkurrenten gibt einen Extraschub an Motivation. In einer solchen Situation ist es fast ein Selbstläufer, den Teamgeist zu fördern.
Auch in der Business-Welt gibt es diese Hauptkonkurrenten. Apple vs. Samsung, Nike vs. Adidas, es gibt etliche Beispiele dafür. Der Wettbewerber ist immer ein Benchmark, der motivieren sollte.
In einem Team innerhalb eines Unternehmens kann der Gegner aber auch abstrakter sein. Ein knappes Budget, ein ehrgeiziger Zeitplan oder politische Rahmenbedingungen können dem Erfolg im Weg stehen. Ein starkes Team macht sich solche Herausforderungen bewusst und nimmt sie an.
Was jedoch keinesfalls passieren darf, ist, dass der Gegner innerhalb des eigenen Unternehmens gesehen wird. Wenn der Vertrieb meint, dass das Marketing ihm ein schlechtes Produkt vor die Nase gesetzt hat, ist das keine optimale Ausgangsposition für gute Teamarbeit. Wenn das WLAN wieder mal nicht funktioniert, hilft es nichts, auf die IT-Abteilung zu schimpfen. Dabei wird verkannt, dass man im selben Boot rudert. Im Sport würde man sagen: Die tragen alle dieselben Farben. Es geht darum, das Gemeinsame zu identifizieren und sich klarzumachen, auf welches Ziel das Team hinarbeitet und wer der wahre Gegner ist.

5. Gemeinsame Rituale
Auch Rituale helfen dabei, den Teamgeist zu stärken und die Zusammenarbeit zu erleichtern. Der Sport ist voll von solchen Ritualen: das Abspielen von National- und Vereinshymnen vor Fußballspielen, Kabinenansprachen des Trainers oder das Zusammenkommen der Spieler im Kreis vor dem Anstoß. Besonders prägnant sind die Auftritte des neuseeländischen Rugby-Nationalteams. Das siegreichste Sportteam der Geschichte führt vor jedem Spiel den Haka, einen Kriegstanz der Maori, auf, um sich und die Fans entsprechend auf die bevorstehende Aufgabe einzustimmen.
In Unternehmen geht es zur Steigerung der Motivation sicherlich nicht ganz so martialisch zu, aber auch hier sollten sich Rituale etablieren, um ein Team zusammenzuschweißen. Sei es, dass die Teammitglieder reihum zum Jour Fixe eine Stärkung mitbringen, sei es ein gemeinsamer Spaziergang nach dem Mittagessen oder das Benutzen von Code-Wörtern in der Kommunikation. Auch gemeinsame Feiern können nach einiger Zeit zum Ritual werden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Regeln: Ritualisierung wichtiger Arbeitsabläufe
Es lassen sich auch bestimmte Prozesse ritualisieren. Ziel ist es dabei, neben dem Teamgeist auch die Effizienz zu steigern. Dazu gehören beispielsweise “Lessons Learnt”-Runden, in denen Fehler aufgearbeitet werden. Die Fehlerkultur ist ohnehin ein Feld, in dem klare Regeln gelten sollten, die auch ritualisiert werden können. Feedback sollte ehrlich sein und Kritik sollte offen angenommen werden. Fehler müssen offen zugegeben werden und dürfen weder von der Führungskraft noch von Kollegen verdammt werden. Ziel sollte immer sein, gemeinsam Wege zu finden, damit sich Fehler nicht wiederholen.
TEAM: Teil Einer Außergewöhnlichen Mannschaft
Zu guter Letzt stellt sich die Frage: womit beginnst du, um ein Team zu formen? Wenn du die oben genannten fünf Schritte (Gefühl des Zusammengehörens, gemeinsame Helden, gemeinsame Ziele, gemeinsame Gegner und gemeinsame Rituale) etablierst, dann bist du bereits auf einem sehr guten Weg.
Gewinnen im Sport ist das Analogon zu wirtschaftlichem Erfolg in der Business-Welt. Teamgeist stellt das Gemeinsame in den Vordergrund, genauso mache ich es in meiner Keynote “Das Stadionprinzip: Gemeinsam gewinnen”. Wie erlebst du den Teamgeist in deinem Unternehmen? Poste gern einen Kommentar. Wenn du mehr Informationen zu den Themen Teamgeist und Teambuilding brauchst oder einen Keynote Speaker dazu suchst, schreib mir eine E-Mail.

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